Das goldene Ding

Daten

Produktionsland, Jahr
BRD, 1972
Länge
3237 m, 118 min
Format
35 mm
Bild/Ton
Farbe, Ton
FSK
ab 12 Jahre / feiertagsfrei: Nr. 44200, 30. November 1971
Uraufführung
ARD 11. Januar 1972

Cast

Jason
Christian Reitz
Lynkeus
Ramin Vahabschadeh
Orpheus
Oliver Jovine
Tiphis
Konstantin Sautier
Castor
Wolfgang Heinz
Calais
Klaus Kayser
Pollux
Michael Heinz
Zethes
Christian Stein
Herakles
Michael Jeron
Hylas
Mario Zöllner
Iris
Angela Elsner
Pelias
Reinhard Hauff
Medea
Colombe Smith

Crew

Regie
Edgar Reitz
Ula Stöckl
Alf Brustellin
Nicos Perakis
Drehbuch
Ula Stöckl
Edgar Reitz
Script
Hannelore von Sternberg
Kamera
Edgar Reitz
Kameraassistenz
Christoph Brandt
Schnitt
Hannelore von Sternberg
Kostümbild
Regine Bätz
Produzent
Edgar Reitz
Redaktion
Joachim von Mengershausen
Produktionsfirma
Edgar Reitz Filmproduktion (München)
Westdeutscher Rundfunk (WDR) (Köln)
Aufnahmeleitung
Werner Egger
Martin Häussler
Ausstattung
Nicos Perakis
Peter Tschaikner (Assistenz)
Toni Lüdi (Assistenz)
Schnittassistenz
Ina Berlet
Ton
Hans Walter Kramski
Musik
Nikos Mamangakis
Gesang
Maria Farantouri

Inhalt

Der Film spielt zu einer Zeit, als die Menschen noch Kinder waren (und die Kinder Menschen) und alle nur eines wollten: Das goldene Ding.
Der elfjährige Jason und mit ihm Herakles, Castor und Pollux, Orpheus und andere Königssöhne Griechenlands gehen mit der Argo, ihrem Schiff, auf Schatzsuche. Ihre erste Station ist die Insel der Dolionen, deren Bewohner sie infolge eines Mißverständnisses töten. Nach dieser Katastrophe gelangen die Argonauten zur Insel Lemnos, die nur von Frauen bewohnt wird. Sie erkunden das Geheimnis der Insel und seiner Bewohnerinnen. Dann kommen sie zu den Symplegaden, zwei schwimmenden Felsen, die vor einer Meeresenge mit wechselnden Strömungen liegen. Mit Verstand und Erfindungsgabe gelingt ihnen die Durchfahrt. Schließlich haben sie das sagenhafte Land Kolchis erreicht Medea, die mächtige Königstochter, verliebt sich in Jason, hilft ihm im Kampf um das goldene Vlies. Verfolgt von den wütenden Kolchern flüchten sie und die Argonauten über das Meer.

Im Gegensatz zur überlieferten Sage überwinden die Argonauten hier Gefahren nicht aufgrund ihres heldenhaften Mutes oder der Unterstützung der Götter, sondern durch Vernunft. Die göttlichen Mächte sind logisch erklärbar und die Argonauten gelangen ans Ziel, weil sie ihren naturwissenschaftlich geschulten Verstand anwenden und nichts den Göttern überlassen.

Zum Film

Weil dem Filmteam Edgar Reitz, Ula Stöckl, Alf Brustellin und Nicos Perakis daran lag, die altgriechische Argonautensage dem Fernseher und Kinogänger so nahezubringen, dass er sie versteht und sich auch unterhalten fühlt, drehten sie in einjähriger Arbeit den Film DAS GOLDENE DING. Schon im Titel, der das sagenumwobene Goldene Vlies im Lande Kolchis als „Ding“ popularisiert, kommt dieses Bestreben zum Ausdruck. Freilich wollten die Filmerzeuger weder die Sage auf Pop oder Cartoon-Niveau drücken, noch verflachen, sondern vielmehr nach intensiven Quellenstudien, verständlich, spannend und nach neu gewonnenen Erkenntnissen entmystifiziert aufbereiten. „Wir wälzten ganze Bibliotheken”, berichtet Ula Stöckl, „stützten uns hauptsächlich auf Quellen aus J. J. Bachofens Mutterrecht, Hermann Fränkels Noten zu den Argonautika des Apollonios und Apollonios selbst. Sie festigten unsere Annahme, daß es sich bei den meisten antiken Helden tatsächlich um Kinder gehandelt haben muß. Die Mehrzahl von ihnen hatte ihre Hauptheldentaten bereits mit 15, 16 Jahren hinter sich; Theseus beispielsweise, der bei uns nicht vorkommt, hat im Alter von 15 den Minotaurus getötet.”