Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes

Daten

Produktionsland, Jahr
BRD, 1955
Länge
104 Minuten
Format
Farbe, Ton
FSK
6
Uraufführung
Berlinale 19.02.2025

Cast

Gottfried Wilhelm Leibniz
Edgar Selge
Pierre-Albert Delalandre
Lars Eidinger
Kurfürstin Sophie von Hannover
Barbara Sukowa
Aaltje van de Meer
Aenne Schwarz
Liebfried Cantor
Michael Kranz
Sophie Charlotte, Königin in Preußen
Antonia Bill
Zofe von Sophie
Salome Kammer
Zofe von Charlotte
Anne Schirmache
Der Flötenspieler
Matija Chlupacek
Gehilfe von Delalandre
Christoph Bardo
Gehilfe von Delalandre
Jannis Dege
Kamindiener
Nikolaus Steenken
Pförtner
Christoph Hellhake
Postreiter
Ayman Alzahab

Crew

Regie
Edgar Reitz
Drehbuch
Gert Heidenreich
Edgar Reitz
Co-Regie
Anatol Schuster
Künstlerische Assistenz der Regie
Salome Kammer
Regie-Assistenz
Johannes Fröhlich
Script Supervisor
Katrin Gobel
Kamera
Matthias Grunsky (BVK)
Kameraassistenz
Louisa Bläsius
Montage
Anja Pohl (BFS)
Szenenbild
Renate Schmaderer
Kostümbild
Esther Amuser
Maskenbild
Birger Laube
Germaine Mouth
Originalton
Thorsten Bolzé
Produzent
Ingo Fliess (PROG)
Christian Reitz
Herstellungsleitung
Max Frauenknecht (Viafilm)
Luzie Lohmeyer
Art-Producer
Mathias Reitz Zausinger
Redaktion
Florian Kummert (br)
Carlos Gerstenhauser (br)
Barbara Häme (arte)
Produktionsleitung
Jörg Winterling
Produktions-koordination
Jana Heller
Koordination Vorproduktion
Anna Eigl
Filmgeschäftsführung
Ina Stahnsdorf-Novotny
Vertragsgestaltung
Joseph Fesenmair
Buchhaltung Postproduktion
Johanna Schilde
Produktionsfahrer/in
Lisa Koppe
Martin Rauch
Set-Runner
Carla Hahn
Theresa Schmid
Aufnahmeleitung Originalmotiv
Franziska Maria Pröbstl
1. Kameraassistenz
Ken Macdonald
2. Kameraassistenz
Louisa Bläsius
Kamerabühne
Simon Arevalo Saint-Jean
Kamerabühne-Assistenz
Joel Knickel
An Laphan
Steadycam Operator
Thomas Gottschalk
Oberbeleuchter
Chris Böck
Beleuchter
Andreas Strohmer
Beleuchter Zusatz
Finn Gosch
Florian Reith
Konstantin Heidenreich
Lichthilfe
Michell Saxer
Tonassistenz
Hagen von Sayn-Wittgenstein
Konrad Baumann
Art Director
Marion Schubert
Szenenbildassistenz
Luzi Speth
Cosima Krubasik
Aussenrequsite
Wolfram Krabiel
Setrequsite
Max Schmigalla
Prop- und Setdec Buyer
Gabriella Ausonio
Kunstmaler Reisesessel
Ian Grosu
Requisitenbau
Matthias Röder
Requisitenfahrer
André Lemmer
Head Painter
Anja Wehland
Painter
Tassilo Sussmann
Alexander Rykov
Sabine König
Kostümbild-Assistenz
Christine Splett
Gewandmeisterin
Martina Steiner
Schneiderin
Renate Högel
Garderobiere
Ina Mirinmanian
Maskenbild Vorbereitung
Tatjana Luckdorf
Setfotografie
Ella Knorz
Malcoach
Jochen Winzer
Dialog Coach Aaltje van de Meer
Evelyn van de Griend
Kunstberatung Maltechnik
Dr. Kathrin Kinseher
Kunstberatung höfiches Benehmen
Johanna Richter
Historischer Berater
Dr. Christian Hartmann
Handdouble Delalandre
Vincent Kern
Handdouble Aaltje van de Meer
Brigitte Stenzel
Rechenmaschine
TU Dresden Dr. Jörg Zaun
Postproduktion-koordination
Patrik Thomas
Colorist
An Laphan
VFX Artists
Lionel Behrends
Constantin Maier
Musik
Henrik Ajax
Tongestaltung
Xavier Fleming
Tonmischmeister
Anders Wasserfall
Geräuschemacher
Michael Stancyk
Geräusche Aufnahme & Schnitt
Johanna Rellinghaus
Musik Aufnahme & Mischung
Andreas Goldbrunner
Blockflöte
Matija Chlupacek
Gitarre
Laura Lootens
Violine
Nina Takai
Viola
Céline Eberhardt
Cello
Anna Grenzner Matheu
Studio & Technik
FGV Schmidle
Oliver Schmidle
Markus Schmidle
Setbau
Grizzly Filmbau
Christian Robert-Foris
Aufenthaltsmobile
Film-Mobile Tommy Marx
Reisebüro
Upper Level Travel Michael Naguib
Media Reiseservice Matthias von Hauenschild
Catering
Flash Film- und Cateringservice Yannica Wallon
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Inhalt

Preußen, 1704. Königin Charlotte vermisst ihren einstigen Lehrer Gottfried Wilhelm Leibniz. Weil er ihr im Schloss Lietzenburg nicht mehr persönlich mit seinen weisen Antworten auf die großen Fragen des Lebens zur Verfügung stehen kann, lässt sie ein Gemälde von ihm in Auftrag geben. Leibniz will ihr gern den Wunsch erfüllen, doch die Porträtsitzungen mit dem großen Denker werden zur Herausforderung. Einzig die junge Malerin Aaltje van de Meer vermag es, ihm auf Augenhöhe zu begegnen. Bald entspinnt sich zwischen ihr und dem Philosophen ein leidenschaftlicher Austausch über das Verhältnis von Kunst und Realität.

Regiestatement

Wenn man einmal begonnen hat, sich mit Leibniz zu beschäftigen, begegnet er einem überall. Das Geheimnis seiner Universalität ist, dass er sich mit den fließenden Übergängen von allem zu allem befasst. Die Faszination der Übergänge zu entdecken ist der entscheidende Auftrag der Philosophie von Leibniz, zum Beispiel der Übergang vom Krieg zum Frieden, vom Denken zum Machen, vom Traum zum Wachsein, vom Lauten ins Stille, vom Schmerz zum Glück. Meine jahrelange Beschäftigung mit Leibniz hat auch mein ästhetisches Verständnis für den Film geprägt und meinen Blick auf die Übergänge gelenkt. Denn das ist genau das, was uns in der heutigen Weltsicht fehlt. Alles verschanzt sich im Spezialistentum, in Meinungsblasen, in Feindbildern, in Selbstgerechtigkeiten, Hass, Glaubensgemeinschaften oder Fanatismus. Nach Leibniz liegen die Lösungen aber in den Übergängen, den Berührungszonen, die es zwischen Allem und Jedem gibt. Auch das Kino kann eine Zone der Übergänge sein, ein Ort, an dem wir träumend das Denken neu entdecken und verstehen, dass nichts so ist, wie es scheint und dennoch existiert. Mein Leibniz-Film erzählt eine Geschichte, in der fast alles historisch belegt werden kann und dennoch fiktiv ist. Es ist überliefert, dass die preußische Königin Sophie Charlotte den großen Universaldenker seit ihrer Jugend verehrte und sehnsüchtig nach der Nähe seines Geistes verlangte. Ihre unmögliche Liebe soll durch ein Bildnis von Leibniz Erfüllung finden, mit dem sie in ihrem Berliner Schloss Charlottenburg täglich Zwiesprache halten will. Mit meinem Co-Autor, Gert Heidenreich, hatte ich in zehn Jahren ein Drehbuch nach dem anderen über Leibniz entworfen und habe immer wieder gegenüber der Spannweite des Lebensentwurfes von Leibniz kapituliert. Erst mit der Geschichte vom Philosophen und der Malerin sahen wir uns vor einer überschaubaren Aufgabe, endlich konnte unsere ganze Begeisterung für den Universaldenker zum Ausdruck finden. Gerade in der Reduktion auf wenige Personen, ein Zimmer und die Entstehung des Gemäldes konnten wir Leibniz lebendig werden lassen. Mit ihm lernten wir, dass es keine Wahrheit der Bilder gibt, es sei denn in der Kunst. Die Kunst lebt in dieser geheimnisvollen Zwischenwelt zwischen Denken und Machen, zwischen Wissen und Nichtwissen, in die unsere niederländische Malerin, Aaltje van de Meer, uns führt. Sie verblüfft Leibniz und uns mit dem Satz: „Was ich nicht weiß, kann ich malen.“ LEIBNIZ ist auch ein Film über das Filmemachen, denn er entstand unter der ständig gestellten Frage: „Was machen die Worte mit den Bildern und umgekehrt, was machen die Bilder mit den Worten?“ Immer hatten wir es auch hier mit den Zwischenbereichen zu tun: dem Licht, den Kostümen, dem Szenenbild auf der einen Seite und der Sprache der Leibniz-Gedanken auf der anderen. Die vielen Worte und Gedanken verwandelten sich im Spiel der Schauspieler in eine lebendige Zwischenwelt, in der nichts theoretisch blieb. Nie habe ich beim Drehen eines Films ein vergleichbares Vergnügen am Denken gesehen. Alle waren davon erfasst: Team, Schauspieler und Schauspielerinnen, allen voran unser Hauptdarsteller, der im Kraftfeld der drei Frauen, Sophie, Charlotte und der wunderbaren Aaltje, aufblühte. Wir erlebten unseren Film als ein Abenteuer auf engstem Raum. Leibniz findet man – wer hätte das gedacht – zwischen den Zeilen!